Um Englischkenntnisse nachzuweisen, wird gewöhnlich die Teilnahme am TOEFL (Test of Englisch as Forgein Language) gefordert. Gewöhnlich wird genau dieser Test gefordert, so daß man keine Wahl hat.
ETS, die Firma hinter dem Toefl, weiß das wohl und kann deshalb beliebige Preise verlangen.
Der Toefl kostet zur Zeit (September 1998) 100$ (= 180,- DM). Aber was wird dafür geboten ? Die Gegenleistung besteht darin, daß man vor einen Computer in einem sehr warmen, unangenehmen Raum gesetzt wird und 3-4 Stunden dort Kästchen auf dem Bildschirm anklicken darf. An Personal sind in einem "Test-Center" genau zwei Menschen nötig, einer, der die Identität überprüft und einer, der den Testvorgang überwacht. In dem Center in Hamburg sind etwa 20 Rechner. Zudem muß das Essay (30 min, ca. 15 Zeilen) irgendwann einmal bewertet werden (nicht korrigiert), das dauert vielleicht 5 Minuten.
Das Ergebnis sollte nach 2 Wochen kommen, braucht aber meiner Erfahrung nach eher 4. Auf Anfragen, die nicht unmittelbar eine Buchung sind, wird nicht geantwortet; um solche lästigen Sachen zu unterbinden wird auch auf der gesamten Site http://www.toefl.org keinmal eine Email-Adresse angegeben (ich habe dann ein Fax geschickt, Antwort war nach zwei Wochen ein Standardfax.).
Die Buchung eines Test-Termins geschieht reibungslos per Telefon, das ärgerliche ist nur, daß man in den Niederlanden anrufen muß (37 Einheiten = 4,44 DM). Sollte man die Frechheit haben, einen Termin umlegen zu wollen (auch, wenn sich während des gleichen (!!) Telfonates herausstellt, daß ETS den GRE, den man auch machen will, nicht an dem schon gebuchten Toefl-Termin anbietet), so kostet daß 20$ (35 DM) plus Telefongebühren. Nicht wenig für einen beim Friseur selbstverständlichen Service. Geht man (aus welchen Gründen auch immer, z.B. Krankheit) nicht zum Test, so werden die 100$ per Kreditkarte trotzdem kassiert (der Friseur hält das wieder etwas anders). Sagt man den Test bis zwei Tage vorher ab, kostet er nur 40$.
Es mag jemand einwenden, daß die Entwicklung eines solchen Tests doch sehr aufendig ist. Das kann ja sein, aber wenn ihn 500.000-1.000.000 Menschen im Jahr machen, kann das pro Nase nicht mehr die 100$ rechtfertigen. Das Computerprogramm, daß dann ja diese Tests abnimmt, ist eine einfache MacroMedia-Anwendung (etwa vergleichbar mit einem Word-Makro). Die Tonqualität bei der Listening-Sektion ist mäßig, ungefähr wie an einem guten Telefon.
Meine Frage beim Essay war übrigens, welches der wichtigste Raum in einem Haus ist und warum. Diese Frage ist aber nach Ansicht von ETS hochgeheim, vor Beginn des Testes muß man eine dementsprechende Erklärung handschriftlich abschreiben und unterschreiben.
Sollte eine Pause neben der vorgegebenen 10-Minuten-Pause benötigt werden, etwa um zur Toilette zu gehen oder Traubenzucker nachzuwerfen (Essen ist natürlich im Testraum verboten), empfiehlt es sich, eine der sehr ausführlichen und langweiligen Anleitungen vor einer neuen Sektion dazu zu nutzen. Irgendwann startet der Computer zwar auch die Uhr und den Test, aber eine kleine Pause kann man so erschleichen.
Das Ergebnis des Test kann auch gleich an bis zu 4 Institutionen geschickt werden, was aber nur funktioniert, wenn diese einen 'Institution-Code' haben (Aufwand = 0 für ETS). Auf dem Ergebnis, daß man selbst bekommt, steht die Warnung, daß dieses nur für den Kandidaten bestimmt ist. Selbstverständlich sollte keine Istitution eine Kopie hiervon akzeptieren (tut der DAAD aber). Stattdessen kann man ETS für 11$ bitten, das Ergebnis an eine Institution zu schicken.
Dieser Kommentar hat nichts mit meinem Ergebnis zu tun. Damit bin ich nämlich zufrieden (250, entspricht Paper-based 600-603).

Das Ergebnis der Bemühungen. Hätte man auch selbst drucken können...
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Änderung dieser Seite am Donnerstag, 26. November 1998 um 18:34 Uhr